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Gegenseitige Liebe, und warum Männer vor der richtigen Frau in Wahrheit auf die Knie gehen wollen...

Die gegenseitige Liebe gilt in unserer Gesellschaft als Traum, die Erfüllung sexueller Wünsche auch. Man müsse sich damit abfinden, dass aus Liebe Gewohnheit werde, solches und ähnliches redet man uns ein.

Dabei geht es um ganz simple Dinge, nämlich um Triebe, die über Jahrmillionen zur Selbst- und Arterhaltung nötig waren, und die auch ausgelebt wurden und auch heute noch ausgelebt werden können.

Diese Dinge spielen sich in einem Teil unserer Hirne ab, der sich seit mindestens einer Million Jahren nicht verändert hat. Damit ist es zum Beispiel Unsinn zu sagen, der heutige Mensch sei ganz anders als seine Vorfahren.

Er ist nicht ganz anders, sondern er lebt ganz anders, und das hat mit Verklemmtheiten und Unwissen zu tun. Diese Verklemmtheiten und dieses Unwissen kommen nicht von ungefähr, sondern wurden bewusst herbei geführt. Von Menschen, die über den Menschen herrschen wollten.

Die biblische Geschichte nennt dazu zwei Metaphern: Die Vertreibung aus dem Paradies und den Turmbau zu Babel. Beides meint das selbe: Die Zerschlagung natürlichen Soziallebens, die den Menschen frustriert und streitsüchtig machte. Tatsächlich gehört zum gesunden Sozialleben auch das gesunde Sexualleben.

Dazu muss man wissen, wie wir Menschen über Jahrmillionen lebten. Wir lebten in Sippen, die meist nicht größer waren als 30 Personen. Diese Sippen hielten zusammen wie Pech und Schwefel, die Sippe kümmerte sich um alle bestens, jeder gab im Gegenzuge sein Bestes für die Sippe. 100% Gemeinschaftsgeist, doch alle waren, solange nicht Hungersnot herrschte, glücklich.

Zur Vermeidung von Inzucht verließen junge Männer mit Eintritt der Geschlechtsreife die Sippe, klapperten andere Sippen ab, bis sie eine heiratwillige Frau fanden. Dann wurden sie von der Sippe aufgenommen.

Damit waren die Frauen die eigentlichen Kernstück der Sippe, sie blieben stets bei der Sippe, in die sie hineingeboren waren. Nicht die Söhne, sondern die Schwiegersöhne versorgten die Alten, aus Liebe zu den Töchtern. Das erkärt auch, warum Eltern grundsätzlich größere Probleme haben, wenn eine Tochter das Haus verlässt als ein Sohn: Sie fühlen sich verlassen.

Durch seine Beziehung zur Ehefrau war der Mann an die Sippe gebunden, und es gehörte zu den Aufgaben der Ehefrau, ihn mit den Gewohnheiten der Sippe vertraut zu machen, ihn daran zu gewöhnen.

Hatte es in seiner Geburtssippe womöglich andere Nahrung gegeben,so musste die Ehefrau ihm die neue Nahrung schmackhaft machen. Sie sorgte auch dafür, dass er reibungslos in die Sippe eingeführt wurde, wirkte auf ihn ein, wenn er sich nicht ideal verhielt, sorgte aber auch dafür, dass alle anderen mit ihm ideal umgingen.

Die Ehefrau war für den Mann im Grunde zugleich eine Art Mutter, die Frauen einer Sippe waren im Grunde die Mütter der Sippe. Das ist der Grund, warum Frauen in Naturgesellschaften sehr hohe Wertschätzung erfuhren und, soweit es noch echte Naturgesellschaften gibt, auch erfahren: Solange, und das ist in echten Naturgesellschaften der Normalfall, die Frauen ihre Rolle gerecht und vernünftig wahrnehmen, werden sie von den Männern tatsächlich angebetet.

Das war in Westgermanien noch vor 2000 Jahren so, ich zitiere:

Ihr Zeugnis ist jedem das heiligste, ihr Lob das höchste: zur Mutter, zur Gattin kommen sie mit ihren Wunden, und jene zählen oder prüfen ohne Scheu die Stiche; auch bringen sie den Kämpfenden Speise und Zuspruch.

und:

Die Germanen glauben sogar, den Frauen wohne etwas Heiliges und Seherisches inne; deshalb achten sie auf ihren Rat und hören auf ihren Bescheid.

Quelle: http://www.wurzelwerk.at/thema/landgodhtru07.php

So ist es auch kein Wunder, dass bei allen Naturvölkern eine Göttin die höchste Gittheit ist, wie es sicherlich auch bei den Westgermanen gewesen war: Die EDDA wurde unter katholischer Herrschaft geschrieben, und so war es kein Wunder, dass Freya zu einem Flittchen erklärt wurde, Wotan aber zum höchsten Germanengott.

Jedenfalls sitzt dieses Rollenschema noch heute tief in uns, in den Frauen, wie in den Männern. Dinge, die man heutzutage nur aus dem SM-Sex kennt, dass der Mann vor einer Frau kniet und sie anbetet, haben ihre Wurzeln tief in uns. Im SM-Sex wird das allerdings pervers missbraucht: Während der Mann in Naturgesellschaften die Frau dafür anbetet, dass sie stets liebevoll mit ihm umgeht, fordert die SM-Domina bedingslose Unterwerfung und treibt mit dem Mann übelste Schindludereien. Aber tatsächlich wäre ihr das nicht möglich, wenn es nicht den natürlichen Trieb im Manne gebe, eine Frau anbeten zu wollen.

An der Stelle haben viele Männer Probleme, sich selbst wahrhaben zu wollen. Ich kann davon selbst ein Lied singen, weil entsprechende Wünsche, die ich in mir fühlte und fühle, mir früher selbst abnorm erschienen. Vor allem schien es auch gar nicht zu mir zu passen, weil ich keineswegs ein devot eingestellter, sondern ein sehr selbstbewussster Mann war und bin.

Des Rätsels Lösung ist dabei einfach: Der Mann betet die Frau eben nicht bedingungslos an, sondern dafür, dass sie von herzen gut zu ihm ist, solange er dafür auch lieb zu ihr ist. Sie macht ihn wünschlos glücklich, bereitet ihm den Himmel auf Erden, und gibt sich ihm im Gegenzuge auch hin, nachdem er sie überzeugend angebetet hat. Insgesamt ergibt sich also ein Gleichgewicht, anders als beim SM-Sex.

Für uns ist es heute noch nicht ungewöhnlich, dass wir den "Schwarm" eines Mannes seine "Angebetete" nennen. Doch niemals kämen wir auf die Idee, von dem "Angebeteten" einer Frau zu sprechen.

Dass ein Mann mit einem Blumenstrauß in der Hand vor einer Frau kniet, um sie zu bitten, seine Frau zu werden - das können wir uns vorstellen. Dass eine Frau vor einem Mann auf die Knie ginge, um ihn sie zu bitten, sie zu heiraten, erscheint uns unnatürlich.

Frauen, die uns als besonders "sexy" verkauft (!!!) werden, werden als "Diven", also als "Göttinnen" bezeichnet, doch niemand käme auf die Idee, einen Mann, der uns als besonders "sexy" verkauft (!!!) wird, als einen Gott zu bezeichnen.

Dahinter stecken tief in uns angelegte Verhaltensweisen und Wünsche. Wer diese Dinge nicht akzeptieren kann, wird niemals wirklich lieben und niemals wirklich geliebt werden können. Das gilt für die Frau, das gilt für den Mann.

Die gerecht, vernünftig und damit in gesunder Weise auch selbstbewusst eingestellte Frau hat tatsächlich etwas Anbetungswürdiges und Göttliches an sich, und das spielt auch beim Sex und in der Liebe eine große Rolle.

So ist es kein Wunder, dass alle Naturvölker nicht einen Gott, sondern eine Göttin als höchste Gottheit verehren, wie ein Bericht aus der WIENER ZEITUNG zeigt, zu erreichen unter:

http://wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3937&Alias=wzo&cob=415211&Page11953=3

Das rund 35.000 Jahre alte Kultobjekt "Venus vom Hohle Fels" stellt die älteste, deutlich weibliche Menschenfigur dar

Schwangere, Mutter und Göttin

Klein, aber sensationell, weil uralt und deutlich weiblich: "Venus vom Hohle Fels". Foto: ap

Klein, aber sensationell, weil uralt und deutlich weiblich: "Venus vom Hohle Fels". Foto: ap

Von Petra Tempfer

Aufzählung Figurine wurde vermutlich als Muttergöttin verehrt.
Aufzählung Fund wirft neues Licht auf Zeit des sozialen Umbruchs.
Aufzählung Weibliche Darstellungen dominierten die Steinzeit.

Tübingen/Wien. Sie wiegt nur 33 Gramm und ist sechs Zentimeter klein, dennoch beschäftigt sie Forscher der ganzen Welt: Die "Venus vom Hohle Fels", eine mehr als 35.000 Jahre alte, altsteinzeitliche Frauenfigur, die von Tübinger Wissenschaftern im Alb-Donau-Kreis des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg gefunden worden ist.

Sensationell ist die Tatsache, dass die aus dem Elfenbein eines Mammuts geschnitzte und verzierte Statuette die weltweit älteste Menschenfigur präsentiert – die eindeutig weiblich ist.

Die überdimensionierten Brüste und das akzentuierte Gesäß kontrastieren mit den verkümmert wirkenden Gliedmaßen, statt eines Kopfes thront eine Öse auf dem üppigen Körper: Die Figur könnte als Anhänger getragen worden sein, wobei sie laut der Prähistorikerin Christine Neugebauer-Maresch von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sicherlich nicht als Spielzeug diente.

Vielmehr war sie ein Kultobjekt, der Mittelpunkt spezieller Rituale der Jägervölker der Steinzeit. Die Verehrung als Muttergöttin, als Symbol der Fruchtbarkeit und Ausdruck der Wechselbeziehung zwischen Leben und Tod, sei denkbar – was ein völlig neues Licht auf die Gedankenwelt der steinzeitlichen Menschen wirft.

Bestattung mit Ritualen

Bisher war man nämlich davon ausgegangen, dass deren großer sozialer Umbruch im Gravettien, der Zeitperiode vor 28.000 bis 22.000 Jahren in der jüngeren Altsteinzeit, stattgefunden hat. "Ab dieser Zeit gibt es nachweislich Bestattungen mit Ritualen und Symbolfiguren", erklärt Neugebauer-Maresch, "weil die Nomadenvölker sesshafter wurden und ihre Toten begraben mussten, um nicht durch deren Verwesungsgeruch Raubtiere anzulocken." Damals wurde etwa die üppige "Venus von Willendorf", die vor rund 100 Jahren in der Wachau gefunden worden ist, aus Kalkstein gefertigt.

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Sehr üppig: "Venus von Willendorf". Foto: Alice Schumacher

"Sie galt bisher als die älteste typisch weibliche Muttergestalt, die Darstellung einer älteren Frau, die schon mehrere Kinder geboren hat", weiß Walpurga Antl-Weiser von der prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien, wo die "Venus von Willendorf" hinter Panzerglas ausgestellt ist.

Ganz in ihrer Nähe ist die 1988 bei Grabungsarbeiten nördlich von Krems in Niederösterreich gefundene "Fanny vom Galgenberg" platziert. Diese etwa 32.000 Jahre alte Statuette aus der Zeitperiode des Aurignacien (vor 40.000 bis 28.000 Jahren) ist aus flachem Schiefer gefertigt und zeigt daher keine ausgeprägten Rundungen, ist aber eindeutig weiblich. "Aus dem Aurignacien kannte man vor dem Fund von ,Fanny’ ausschließlich geschlechtsneutrale Gestalten und Tierplastiken", erwähnt Antl-Weiser gegenüber der "Wiener Zeitung".

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Schlank: "Fanny vom Galgenberg". Foto: Alice Schumacher

Von Frauen gefertigt

Erst im Gravettien setzte nach früheren Ansichten die deutlich plastische Darstellung von Frauen ein. Zahlreiche Venus-Statuen sind neben jenen in Österreich in Tschechien, Italien, Frankreich, Russland und Sibirien gefunden worden. Männerfiguren stellen hingegen die große Minderheit dar – den üppigen Muttergestalten steht als einzige männliche Steinfigur der "Mann aus Brünn", eine Gliederpuppe aus dem Gravettien, gegenüber. Selbst die Künstler, unter deren Händen die Figurinen entstanden sind, dürften Frauen gewesen sein. "Auf einigen Venus-Statuen wurden Fingerabdrücke entdeckt", sagt Neugebauer-Maresch, "die aufgrund ihrer Krümmung und Größe nicht von Männern stammen können." Sie wurden eindeutig Frauen oder elf- bis zwölfjährigen Buben zugeordnet.

Der Kunstprofessor Leroy McDermott von der Missouri State University in den USA interpretiert die Statuen sogar als Selbstporträts schwangerer Frauen: Die charakteristischen Verzerrungen wie große Bäuche und Brüste sowie kurze Beine und winzige Füße stellten die verkürzte Perspektive einer Schwangeren dar, die an ihrem Körper hinabblickt. Die Köpfe zeigen laut dem Professor keine Gesichtszüge, weil die Künstler in einer Welt ohne Spiegel ihre Gesichter nicht sehen konnten. Dennoch schließt McDermott nicht aus, dass eine rituelle oder religiöse Bedeutung in diesen steckte.

Printausgabe vom Freitag, 22. Mai 2009